Schlagwort-Archive: steffi jones

Wolle Blume kaufen?

Es ist ein Samstag in einem großen schwedischen Möbelhaus. Es ist brechend voll, dementsprechend eng und man kommt nur im Schneckentempo voran. Blöd wenn man es eilig hat. Ich habe es eilig, ich ziehe einen schweren Wagen hinter mir her. Ich muss gegen den Strom laufen. Da stürmt ein Kunde auf mich zu, ich muss wegen ihm meinen Wagen abbremsen damit wir nicht zusammenstoßen. Er schreit mich vorwurfsvoll an:
Er: SIE SCHAUN AUS WIA DIE JONES! DIE FUSSALLERIN!
Ich: Ahja.
Er: WISSEN’S DES DENN?
Ich: Ah – ja.
Er: HAT IHNEN DES SCHON A MAL JEMAND G’SAGT?
Ich schau ihn an, schlucke, drehe mich mit pulsierender Halsschlagader um und spreche in Gedanken mit den friedlich dreinschauenden Orchideen: SO EIN DEPP!

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Die PR-Tante

So eine habe ich jetzt auch, denn eine PR-Tante ist wirklich praktisch. Ich wünschte ich hätte immer eine dabei. Neulich hat sie sich als wirklich hilfreich erwiesen. Das war auf dem Oktoberfest im Bierzelt. Da mir die PR-Tante verboten hat mich mit nichtakkreditierten Menschen zu unterhalten, habe ich ihr das Reden überlassen und mich zu meinem Maßkrug zurückgezogen. Eine ungewohnte aber dennoch angenehme Situation. Guido (gesprochen Gu-i-do) wollte nämlich irgendwas von mir. Was genau habe ich zum Glück nicht herausgefunden. Nach dem Gespräch mit Guido und seinen Freunden erzählte mir die PR-Tante ein wenig bestürzt, dass die Herren meine Mitarbeiterin mit Küssen bestechen wollten. Küsse für ein Interview mit mir. Starker Tobak. PR ist halt ein dreckiges Geschäft.

Wer mit mir sprechen möchte, kann sich also gerne mit der PR-Tante in Verbindung setzen. Sie entscheidet ob und welche Termine ich wahrnehmen sollte und kümmert sich um den reibungslosen Ablauf öffentlicher Auftritte. Zu diesem Zweck und für allgemeine Kontaktanfragen ist sie erreichbar unter:  PR-Tante@howimetsteffijones.com

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Wo fing das an, was ist passiert…?

Es war eines dieser großen Feste in der Muffathalle in München. So ganz genau weiß ich es nicht, aber ich schätze es war in einem der Jahre 2003/2004. Die Halle war gut gefüllt, die Musikauswahl annehmbar, die Stimmung ganz gut. Ich stand grad so rum. Es war wohl grad  Tanzpause, Trinkpause, Ratschpause oder ich hatte einfach nur Lust herumzustehen. Pinkelpause war nicht, weil ich war ja nicht auf dem Klo. Klogeschichten habe ich übrigens auch einige auf Lager. Bin mir aber nicht sicher, ob die jemand lesen will.

Ich stand also ganz unbedarft rum. Und da geschah es. Mich sprach jemand an. Unfassbar! Wahnsinn!! Ein Gefühl zwischen Euphorie und Panik machte sich breit. Wie sollte ich damit umgehen? Ich war ja vollkommen unvorbereitet. Wie unvorbereitet ich war wurde mir erst kurz danach klar.

Der Dialog muss ungefähr so abgelaufen sein:

„Spielst Du Fußball?“
„Hä?“
„Fußball?“
„Hä?“
„Ach so, sorry.“ (dreht sich um und geht)

Ich wusste gar nicht wie mir geschieht und was das sollte. Auf einer weiteren Party gab es dann enttäuschte Gesichter nachdem ich beschwören musste, dass mein Name nicht Steffi ist. Zu dem Zeitpunkt war mir der Zusammenhang zwischen diesem Namen und Fußball noch nicht bewusst. Aber Vorfälle dieser Art häuften sich und irgendwann wusste ich, dass es jemanden gibt, der Steffi heißt und Fußball spielt.

Das war dann auch schon die Geschichte vom Anfang. Ziemlich unspektakulär. Doch wer hätte gedacht, dass das der Anfang einer langen Geschichte werden würde?

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Die Absage

Bereits am 10.5. 2012 erhielt ich eine E-Mail mit folgendem Inhalt:

Hallo Frau Davis,

vielen Dank für ihren offenen Brief an Frau Jones. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen sich einander ähneln. Offenbar auch in Ihrem Fall und dem von Frau Jones.

Damit verbunden sind durchaus unangenehme Fragen von unbekannten Personen. Wie Sie selber anfügen, kommt es aber auch zu positiven Treffen mit Fremden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass Frau Jones einem Treffen eher skeptisch gegenüber steht und davon abrät.

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass es die Anzahl der „nervigen“ Gespräche geringer ist, als ihre positiven Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen.

Vielen Dank für ihr Verständnis und herzliche Grüße

Deutscher Fußball-Bund e.V.
XYZ / Auszubildender
Direktion Frauen-/ Mädchen- und Schulfußball

Mein derzeitiger Lieblingsausdruck passt hier: Uiuiuiui!

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Die Fahrradtour

An einem Sonntag im Mai: Der blaue Himmel und die Wölkchen erschienen sehr einladend für eine spontane Radtour. Also rauf aufs Rad und los! Bereits nach 9Km gab es für mich das erste Eis. Übrigens ist der Kiosk in Grünwald ein Kiosk wie jeder andere Dorfkiosk. Ein Auffangbecken für alle, die Eis am Stiel und Bier und Schnaps (und eine Dusche) brauchen.
Nach der Eisstärkung ging es weiter durch den Wald. Hinter einer Biegung ging es bergab in Richtung Isar. Das Ende der Abfahrt ließ sich von oben nicht ausmachen, aber ich dachte mir, dass es ja so weit nicht bergab gehen könne. Und dann fuhr ich gefühlte 15 Minuten bergab. Nach ca. 7 Minuten und unzähligen qualvollen Gesichtern, die bergauf fuhren oder schoben habe ich überlegt gleich wieder umzudrehen.  Das ging aber nicht. Ich wusste, ja dass ich da nie wieder raufkommen würde. Also habe ich mir überlegt, dass es an anderer Stelle bestimmt einen Lift gibt. Oder ich fahre dann einfach unten wieder zurück. Oder ich springe auf ein Floß, oder kapere ein Schlauchboot. Guter Plan. Mir konnte also nichts passieren.
Unten angekommen war ich tatsächlich etwas panisch, denn wie ich jemals wieder heim kommen sollte war mir unklar. Also habe ich beschlossen tatsächlich unten am Wasser zurückzufahren. Das Schild mit dem Hinweis, dass der Uferweg für Fahrräder nicht geeignet sei, habe ich erfolgreich ignoriert. Und diese Ignoranz umgehend bereut. Ich besitze zwar so eine Art Mountenbike für Städter, aber für rieseige Schlammlöcher und Wurzelhürden sind weder mein Rad, noch ich geeignet.
Umkehren ging natürlich auch nicht. Also fuhr ich weiter auf dem leicht ansteigenden Mountenbiketrail. Die gröbsten Wurzeln waren überstanden, als ich an einer Weggabelung die Wahl hatte wieder bergab zu fahren, oder bergauf. Eine Gruppe Rentner stand auch ratlos an der Gabelung und hat gerade zwei Reiter mit riesigen Pferden befragt wo sie hinfahren sollen. Ich habe auf die Reiter gehört und mich für bergauf entschieden. Die Erzählungen von unten glichen der Hölle. Die Rentner wollten wohl dort hin.
Vom Ehrgeiz gepackt bin ich also bergauf gestrampelt. Gefühlte zwei Stunden lang (10 Minuten sind wahrscheinlicher). Auf dem Weg nach oben habe ich triumphal die zwei Pferde überholt, die von ihren Reitern freundlicherweise zum Stehen gebracht wurden.  Leider hatte ich diese dann direkt hinter mir und konnte mir somit nicht mehr die Blöße geben abzusteigen.

Irgendwann war ich dann oben. Nach Luft japsend bin ich beinahe vom Rad gefallen. Fast kotzend und wahrscheinlich dunkelrotlilabalssblau verfärbt hing ich über meinem Lenker.

Dann kamen Er und Sie: Eigentlich hatte ich bemitleidende Worte erwartet. Oder Erste-Hilfe-Angebote. Statt dessen rief er ihr entgegen, dass er gerade Steffi Jones gesehen habe. Steffi Jones. Im Grünwalder Forst. Halb tot auf einem Fahrrad. An einem Sonntag im Mai. Ich hätte das am liebstem kommentiert, aber mir blieb neben Luft nun leider auch die Spucke weg.

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Pokalfinale 2012

Unfassbar wieviele SMS und Nachrichten ich letzten Samstag zum Thema „Ich hab dich eben im TV gesehen“ erhalten habe. Habe mich aber auch über jede einzelne gefreut. Weil: Ich war ja wirklich dort. In Köln, im Stadion. Nur war ich wohl kaum im TV zu sehen. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich die Medaillen verteilt habe.

Ich werde mir das Spiel in der ZDF Mediathek nochmal ansehen. Sollte ich doch mal zu sehen sein, reiche ich einen Screenshot nach.

Kleiner Tipp am Rande: Die Reibekuchen im Kölner Stadion sollte man eher nicht probieren. Das sind Fettpuffer, die bestimmt schwer verdaulich sind. Ein Bissen hat mir gereicht.

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Der Franzose

Letzte Woche hat der der Franzose (=Imbiss mit franz. Brothintergrund)  an der Ecke den Besitzer gewechselt. Man munkelt, dass der Franzose kein Franzose mehr ist. Baguette gibt es trotzdem.

Heute früh thronte ein Mann mit ungepflegtem Vollbart vor dem Laden. Auf dem Nebenthron lungerte eine dürre Frau mit ungepflegtem Blondschopf. Beide sind wohl das neue Gesicht des Nichtmehrfranzosen

Erster Eindruck: Ich möchte von diesen Menschen weder Essen serviert und schon gar nicht zubereitet bekommen.

Anscheinend hab ich bei diesem Gedankengang recht geglotzt. Der Bartträger hat nämlich zurückgeglotzt. Um einigermaßen gut aus der Sache rauszukommen habe ich ihm ein „Gudn Morn“ zugenuschelt.

Das war sein Einsatz: „Sind sie Fußballspielerin?“ – „Äh, nein“ – „Achso, schad! Aber sie sehen der Steffi, wie heißt sie?“ – „Hmmm puuuh, weiß nicht?“ – „Jones! Ja der sehen sie sehr ähnlich.“  – „Ach? Schönen Tag noch!“

Zweiter Eindruck: So lala, aber ganz vielleicht probiere ich das Baguette ja mal.

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Offener Brief an Steffi Jones

Liebe Steffi,

das mag jetzt extrem kitschig klingen, aber: Du hast mein Leben verändert.

Vielleicht sollte ich jetzt schon mal betonen, dass ich kein Stalker bin, ich bin nicht verrückt und ich fühle mich auch nicht auf andere Weise zu Dir hingezogen. Ich würde  mich nicht mal als Fan bezeichnen.

Mein Name ist Jessica und ich bin ein Münchner Kindl Anfang 30.

Was hast Du nun mit Dir zu tun? Um ehrlich zu sein, frage ich mich das auch. Täglich! Ich kann es nämlich selbst nicht so ganz nachvollziehen. Aber anscheinend sehen wir uns sehr ähnlich. Zumindest denkt die Welt da draußen das. Beinahe täglich fragt mich jemand ob mein Name Steffi sei, „Sind Sie’s?“ (natürlich bin ich ich!), oder ich bemerke verhaltenes Getuschel um mich herum.  Meine Freunde amüsiert das immer köstlich. Die sind drauf und dran mich zu vermarkten.
Die unglaublichsten Geschichten sind mir schon passiert. So mancher wollte schon mit mir ins Gespräch kommen, um Details aus dem Leben von Steffi  Jones zu erhaschen. In der U-Bahn werde ich von Obdachlosen angesprochen, auf Straßenfesten von der Sängerin, die gerade noch auf der Bühne geträllert hat und im Elektrofachmarkt gab es schon mal einen etwas übereifrigen Verkäufer, der mir so nahe gekommen ist, dass ich ohne Einkauf die Flucht ergreifen musste.

Sogar in Frankfurt gibt es solche Zwischenfälle. Als ich aus der Straßenbahn stieg und mich drei Personen anglotzten und mir Deinen Namen hinterher riefen bin ich fast vom Glauben abgefallen. Wenn sogar die Frankfurter nicht wissen wie Steffi Jones aussieht, wer dann!?
Auch aktive Fußballerinnen verschonen mich nicht mit dem, was Ihnen auf dem Herzen liegt: „Du siehst schon aus wie Steffi Jones“. Beim FFC Wacker und beim FC Bayern gibt es die ein oder andere, die das immer wieder lustig findet. Meistens finde ich es ja auch lustig. Meistens.

Eigentlich schmeichelt es mir ja auch, wenn mich mal wieder jemand verwechselt. Schließlich hätte mich wirklich schlimmer treffen können! Ich könnte aussehen wie Steffi Graf – das wäre bitter.
Man kommt mit Gott und er Welt ins Gespräch. Das hat schon was. Allerdings ist es manchmal auch ernüchternd, wenn mein Gegenüber nach langer Diskussion einsieht, dass ich wirklich nicht Steffi Jones bin und mich anschließend einfach stehen lässt. Besonders Frauen machen das sehr gerne.
Übrigens habe ich noch nie bestätigt, dass ich Du bin. Meistens versuche ich gleich zu klären, dass eine Verwechslung vorliegt. Es macht aber trotzdem Spaß die Frage unbeantwortet im Raum stehen zu lassen. Manchmal bringe ich es auch einfach nicht übers Herz mein Gegenüber zu enttäuschen. So kommt es dann auch mal vor, dass ich mal eine ganze Reisegruppen in dem Glauben lassen, dass sie gerade mit Steffi Jones gesprochen haben.

Das geht jetzt seit Jahren so. Anfangs war ich irritiert, mittlerweile ist es Alltag.

Trotzdem würde ich sagen, dass Du mein Leben positiv verändert hast. Die Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen sind zwar manchmal nervig, aber meistens doch herzlich und  vor allem habe ich immer etwas zu erzählen und kann meine Familie und Freunde immer wieder erheitern. Besonders letztes Jahr habe ich intensiv darüber nachgedacht auszuwandern.

Ich werde nun anfangen all diese Erlebnisse hier niederzuschreiben. Da wird wohl auch einiges zusammenzukommen.

Sofern Du Interesse daran hast, Deinem Alter Ego aus München gegenüber zu treten, würde ich mich sehr darüber freuen. Zum einen hätte ich gerne mal ein Foto von uns beiden, damit ich Beweise vorlegen kann, dass ich nicht Du bin und Du nicht ich. Außerdem würde ich mich dann tatsächlich auch gerne mal mit Dir unterhalten. Ich hab so viel mit Dir zu tun und weiß gar nicht wer und wie Du bist. Das ist ja kein Zustand 😉

Vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit zu einem kurzen Plausch. Ich fänd das toll!

Grüße aus München,

die jessi

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